23 Minuten können {zu} lang sein

von Liz Collet

Verzögert die unterlassene Schnittentbindung die Geburt eines Kindes um ca. 23 Minuten kann das als grober Behandlungsfehler zu bewerten sein, wenn auffällige Herzfrequenzwerte des Kindes zuvor die ärztliche Entscheidung zu einer alsbaldigen Geburtsbeendigung erfordert hätten.

Dies hat das OLG Hamm in einer erst jetzt veröffentlichten Entscheidung vom 16.05.2014 geurteilt und das Urteils deer Vorinstanz bestätigt.

Kläger im vorliegenden Fall war der Landschaftsverband als Kostenträger des im November 2002 mit gravierenden Geburtsschäden geborenen Jungen, der aus übergangenem Recht das Krankenhaus aus Witten und die dort tätige beklagte Ärztin wegen geburtshilflicher Behandlungsfehler auf Schadensersatz in Anspruch genommen hat.

Der infolge mangelnder Sauerstoffversorgung bei der Geburt schwer hirngeschädigte Junge kam im beklagten Krankenhaus zur Welt. Während des von der beklagten Ärztin betreuten Geburtsvorganges sanken die Herzfrequenzwerte des Kindes zeitweise lebensgefährlich ab. Eine Blutgasuntersuchung unterblieb. Anstelle einer Schnittentbindung wurde die Mutter zunächst ca ...

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