Vorsicht bei Beratung über Insolvenzreife

von Udo Schwerd

Die Beratung einer GmbH in der Krise und insbesondere kurz vor der Insolvenz ist immer eine heikle Angelegenheit, da sie von dem Berater umfangreiche Kenntnisse des Gesellschaftsrechts, Insolvenzrechts und des Steuerrechts erfordert. Insbesondere die Steuerberater einer kriselnden GmbH sind von der Gefahr einer Mithaftung betroffen, wenn sie sich über ihren eigentlichen Auftrag der “steuerberatenden Tätigkeit” hinaus auf Beratungsgespräche hinsichtlich der Vermeidung oder Feststellung eines Insolvenzgrundes einlassen.

Beratung der GmbH in der Krise

Einerseits ist der Steuerberater in der Regel erster Ansprechpartner, wenn der Geschäftsführer einer GmbH mögliche Auswege aus der Krise besprechen will, da diese ja kaum ohne Berücksichtigung des Steuerrechts zu realisieren sind. Andererseits fehlt dem Steuerberater meist das notwendige Detailwissen im Gesellschafts- und Insolvenzrecht, um die GmbH und den Geschäftsführer auf die Gefahren einer Insolvenz umfassend vorzubereiten. Lässt sich der Steuerberater einer GmbH über seinen Auftrag der “steuerberatenden Tätigkeit, Buchführung und Jahresabschlusserstellung” hinaus auf eine konkrete Beratung im Zusammenhang mit der Vermeidung oder Feststellung einer Insolvenz ein, kann jedoch eine Haftung entstehen, wenn er hierbei Hinweispflichten übersieht oder Fehler in der Beratung begeht.

Ganz aktuell hat der BGH diesbezüglich wie folgt entschieden (BGH, Beschluß vom 6. Februar 2014, Az. IX ZR 53/13):

Der Steuerberater unterliegt bei einem ausdrücklichen Auftrag zur Prüfung der Insolvenzreife eines Unternehmens einer vertraglichen Haftung für etwaige Fehlleistungen (BGH, Urteil vom 7. März 2013 – IX ZR 64/12, WM 2013, 802 Rn. 15; vom 6. Juni 2013 – IX ZR 204/12, WM 2013, 1323 Rn. 12) ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK