Ein ziemlich kurzes Mandat

von Rainer Pohlen

Strafrechtliche Mandate ziehen sich bekanntlich oft über Jahre. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es um komplexe Wirtschaftsstrafsachen geht oder wenn ein Fall sich durch die Instanzen zieht. Heute habe ich ein Mandat innerhalb weniger Minuten, nachdem es mir bekannt geworden ist, abschließend beenden können. Das außerordentlich Tragische an dem Fall ist für mich, dass ich dem Mandanten den größten Teil des schon gezahlten Honorarvorschusses wieder erstatten musste.

Was war geschehen? Nun, der Mann, mit dem ich seit Jahren immer wieder mal zu tun hatte, war während meiner Urlaubsabwesenheit ins Büro geschneit und hatte darum gebeten, für ihn in einer waffenrechtlichen Angelegenheit Berufung einzulegen. Er war ein paar Tage zuvor ohne anwaltliche Vertretung wegen unerlaubten Besitzes einer Gaspistole zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen verurteilt worden. Und weil der Mann weiß, dass anwaltliche Verteidigung Geld kostet, hatte er auch gleich einen brauchbaren Honorarvorschuss da gelassen.

Fristwahrend hatte die Kollegin Nagel dann auch Berufung eingelegt und die Akte angefordert. Dabei war klar, dass ich das Mandat fortführen sollte. Die Akte war gekommen und der Mandant erschien um 10 Uhr abredegemäß zur Besprechung. Die war dann ganz kurz ...

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