Mit Netz geht’s besser

von Gerfried Braune

Lineares Denken in Wenn-Dann-Beziehungen ist typisch für das juristische Denken. Theoretisch muss (eigentlich) jeder Jurist bei gegebenem Sachverhalt zu demselben Ergebnis kommen. Das lernen wir ja bereits im Studium. Dort wird uns immer ein Sachverhalt vorgegeben und letztlich ist der Maßstab unserer Note die Musterlösung. Und dort wor die Gesetze nicht so eindeutig formuliert sind oder (was noch eher der Fall ist) der Sachverhalt nicht wirklich zum Gesetzestext passt, muss dann letztlich das Gericht aufgrund (so sollte es sein) einer stringenten juristischen Begründung klären, was gilt.

Bei dieser Art des Denkens spielen dann letztlich die Folgen der Entscheidung für den Kläger oder Beklagten keine Rolle mehr (auch wenn manche Richter zugeben, erst die Entscheidung zu treffen und dann die passende Begründung zu suchen).

Grundlage einer juristischen (oder gerichtlichen) Entscheidung ist also immer die Vergangenheit bzw. der frühere Status. Grundlage einer Entscheidung kann nicht sein, dass die Voraussetzungen geändert werden oder vernetzt gedacht wird. So kann das Gericht bei einer Entscheidung über Kindesunterhalt nur den vorhandenen Zustand berücksichtigen, also wo die Kinder ihren Hauptaufenthalt haben und welches Einkommen die/der Unterhaltsverpflichtete in der Vergangenheit hatte oder hat ...

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