Prospektfehler eines Filmfonds (IMF 2)

Bei einem Filmfonds besteht das Hauptrisiko für den Anleger zumeist in der Abhängigkeit des wirtschaftlichen Erfolges vom erwarteten oder erhofften Geschmack des Kinopublikums. Ein Fondsprospekt kann fehlerhaft sein, wenn dieses Risiko verharmlost oder verschleiert wird, beispielsweise durch die unzutreffende Darstellung, ein Totalverlust sei nur bei einem kumulativen “Zusammentreffen mehrerer Risiken” möglich.

Die Werbung im Prospekt eines Filmfonds mit dem angeblichen Erfolg eines gleichartigen Vorgängerfonds (“Die Fortsetzung der Erfolgsstory”) ist fehlerhaft, wenn eine Aussage über einen wirtschaftlichen Erfolg des Vorgängerfonds zum Zeitpunkt der Werbung nicht möglich ist, weil sich der Erfolg oder Misserfolg auf Grund der speziellen Konzeption des Fonds erst einige Jahre später erkennen lässt. Ob der Vorgängerfonds in seiner Anfangsphase schon bekannte oder künstlerisch wertvolle Filme produziert hat, ist dabei ohne Bedeutung.

Eine “Modellrechnung”, in der die Erfolgszahlen der langjährigen Weltmarktführer zu Grunde gelegt werden (hier: Erfolgszahlen der sogenannten US-Major-Filmstudios), ist keine geeignete Grundlage zur Beschreibung der Marktchancen eines Marktneulings auf dem Filmmarkt (hier: des Filmfonds IMF 2).

Im Rahmen des Beratungsvertrages ist der Fondsvertrieb verpflichtet, die Interessen des von ihm beratenen Anlegers wahrzunehmen. Dabei hat der Berater insbesondere diejenigen Eigenschaften und Risiken des Filmfonds zu erläutern, die für die Entscheidung des Anlegers wesentliche Bedeutung haben können1.

Für den streitgegenständlichen Filmfonds bedeutete dies, dass der Berater vor allem zwei zentrale Punkte erläutern musste: Der Fonds konnte zum Zeitpunkt des Beitritts des Anlegers nicht auf bestimmte Filmproduktionen in der Vergangenheit bzw. auf bestimmte Filmrechte zurückgreifen ...

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