"GmbH überschuldet – wir helfen! (BFH zu Firmenbestattungen)

"So sanieren Sie clever Ihre insolvenzbedrohte GmbH und ziehen sich clever als GF zurück. Nutzen Sie perfekte, völlig regressfreie und haftungsentlastende Alternativen und sichern Sie Restwerte legal ab."
oder
"GmbH in Not? Raus aus der persönlichen Haftung! Sichern Sie ihre Existenz und ihren guten Namen!"
Ähnliche Anzeigen kennen Sie vielleicht aus dem Kleinanzeigenteil der Tageszeitungen oder aus dem Internet. Das Geschäftsmodell der Firmenbestatter ist relativ einfach: Die Gesellschaftanteile werden an einen neuen Gesellschafter übertragen. Der Sitz des Unternehmens wird (mehrfach) verlegt - gerne auch ins Ausland - und ein neuer Geschäftsführer wird bestellt. Alles was von Wert ist wird verkauft und die Geschäftspapiere werden entsorgt. Fertig!

Mit dieser "Masche" werden Insolvenzanträge und Vollstreckungen faktisch verhindert, die Gläubiger geben irgendwann auf und der alte Geschäftsführer ist alle Sorgen los. Soweit die Theorie - die Wirklichkeit sieht freilich anders aus: da funktioniert das nämlich nicht. Nach Ansicht des Landgerichts Potsdam (25 Qs 11/04; Volltext kostenpflichtig über juris) begründet der Verkauf an einen gewerblichen Firmenbestatter den Anfangsverdacht einer Insolvenzverschleppung. Und der Bundesgerichtshof (BGH) hat auch schon am 13.12.2005 (X ARZ 223/05) festgestellt, dass im Falle einer vermuteten Firmenbestattung die Sitzverlagerung mit Ziel des Wechsels zu einem anderen örtlich zuständigen Gericht missbräuchlich und damit unbeachtlich ist ...

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