Abmahnung wegen unhöflicher E-Mails

von N. Wittmiss

Äußern sich Arbeitnehmer unfreundlich gegenüber Kunden ihres Arbeitgebers, ist dies grundsätzlich geeignet, eine Abmahnung zu rechtfertigen. Dies gelte insbesondere bei schriftlicher Kundenkorrespondenz, da der Arbeitnehmer hier Zeit für eine angemessene Antwort hat. Zu diesem Ergebnis kam das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein.

Der Kläger ist bei der Beklagten Berufs- und Ausbildungsberater beschäftigt. Per E-Mail hatte ein angehender Handwerksmeister freundlich beim Kläger nachgefragt, wie und bei wem man sich zur mündlichen Ergänzungsprüfung anmeldet. Hierauf antwortete dieser:

“Hallo Herr …, es dürfte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich dort anmeldet wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein. (…)”

Nachdem sich der angehende Handwerksmeister über den unhöflichen Ton beschwerte, legte der Kläger nach:

“vielleicht sollten Sie sich einmal hier an meinen Platz setzen und die nervigen Anrufe der angehenden Meister beantworten. Selbst wenn die I… den Hinweis auf den Formularen verwenden würde, die meisten von Ihnen lesen es ja leider nicht einmal. (…) Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus. (…)”

Infolge einer negativen Bewertung erlangte der Arbeitgeber Kenntnis und mahnte den Kläger ab, woraufhin er Klage vor dem Arbeitsgericht erhob, womit er die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte begehrte. Er vertrat die Ansicht, ein einmaliger verbaler Ausrutscher könne keine Abmahnung rechtfertigen ...

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