Was tun bei einem fehlerhaften Gutachten?

Erstellt ein Sachverständiger ein unrichtiges Gutachten, kann er dafür haften. Diese Haftung ist jedoch beschränkt. Das hat jetzt das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg in einer Angelegenheit entschieden, bei der es um ein Verkehrswertgutachten ging.

Rechtsanwältin Sandra Deller

In dem zu entscheidenden Fall hatten die Kläger bei dem Beklagten ein Verkehrswertgutachten für ein Haus in Auftrag gegeben. Der Beklagte hatte in seinem Gutachten einen „leichten“ Schädlingsbefall im Dachstuhl erwähnt, der sich im Nachhinein allerdings als so schwerwiegend herausstelle, dass der gesamte Dachstuhl abgerissen und neu aufgebaut werden musste.

Während das Landgericht den Sachverständigen zur Zahlung eines Teils der Kosten verurteilte, wies das OLG Oldenburg die Klage in der Berufung ab. Zur Begründung führte es aus, dass es sich nicht um ein Schadensgutachten, sondern um ein Verkehrswertgutachten gehandelt habe. Zudem habe der Sachverständige seine Haftung wirksam beschränkt durch einen Hinweis, dass er das Objekt nicht auf versteckte Mängel untersucht habe. Eine darüberhinausgehende Hinweispflicht bestehe nicht.

Auch im Rahmen der Personenschadenregulierung, gerade im Bereich der Arzthaftung, kommt es sowohl in der vorgerichtlichen Bearbeitung als auch später im Prozess wesentlich auf eine ordentliche, fehlerfreie Begutachtung an. Die Schadensregulierung steht und fällt mit dem Sachverständigengutachten ...

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