Stalking - dagegen kann man sich wehren

von Philip Christmann

Wer sich Nachstellungen durch einen Mann ausgesetzt sieht (sog. Stalking), muss zuersteinmal eine Grundentscheidung treffen: Will ich ein Opfer sein oder will ich mich wehren?

Opferstrategie

Die Opferstrategie zielt darauf ab, dass sich der Täter müde läuft.

Das Opfer zieht um, wechselt Telefonanschluss, E-mail-Account und legt ein neues Facebook-Profil an. Es versteckt sich. Manche Opfer gehen zu einem Rechtsanwalt (der eine teure aber oft nutzlose zivilrechtliche Abwehrschlacht anfängt) und/oder erstatten eine Strafanzeige (die für sich alleine meist auch nichts einbringt).

Die Opferstrategie ist weitgehend erfolglos. Selbst wenn der Täter das Opfer aus den Augen verlieren sollte, macht er weiter, wenn er es zufällig wieder irgendwo trifft.

Gegenwehrstrategie

Die Frau erklärt dem Täter eigeninitiativ (am Telefon oder direkt in einem Gespräch, zu dem sie in Begleitung einer anderen Person geht), dass er sie in Ruhe lassen soll, sonst erlebt er sein blaues Wunder. Das beeindruckt die meisten Stalker schon einmal. Nichts beeindruckt Menschen so sehr, wenn man Ihnen direkt die Stirn bietet. Damit fallen Sie in der Regel aus dem Beuteschema des Stalkers (alleinstehende zurückhaltende Frauen) heraus.

Hilft dies nicht, geht die Frau auf allen Kanälen zum Gegenangriff über:

  • ausführliche schriftliche Strafanzeige (hat im wesentlichen die Funktion, die Polizei zu sensibilisieren), danach wird die Polizei schriftlich über alle weiteren Belästigungen informiert
  • Öffentlichkeit herstellen: Auf twitter, Facebook etc. macht die Frau im Freundes- und Bekanntenkreis öffentlich, dass Herr XYZ ihr nachstellt und sie belästigt (Subtext: "Ist das nicht unglaublich, der Kerl lässt mich einfach nicht in Ruhe"). Sprechen Sie Ihre Nachbarn auf das Problem an, zeigen Sie ein Foto des Täters, soweit Sie eines besitzen ...
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