Radfahrerin verstößt gegen Vorfahrtsregeln und kollidiert mit Pkw

Liegt bei einem Zusammenstoß von Fahrrad und Pkw kein Verkehrsverstoß des Autofahrers vor und eine Vermeidung des Unfalls ist ihm auch nicht möglich gewesen, dann bleibt lediglich ein Haftungsanteil aus der allgemeinen Betriebsgefahr des Pkws von 20 % – 25 %. Beruht der Unfall aber auf einem eindeutigen Verstoß gegen Vorfahrtsregeln durch einen volljährigen Fahrradfahrer, so entfällt auch dieser Haftungsanteil für den Autofahrer.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Oldenburg eine Radfahrerin zur Zahlung von Schadensersatz und eines Schmerzensgeldes an einen Autofahrer verurteilt und die Berufung zurückgewiesen. Der Verkehrsunfall ereignete sich im Februar 2012 gegen 6 Uhr auf der Nadorster Straße in Oldenburg. Die Ampel an der Einmündung der Friesenstraße war zu dieser Zeit noch ausgeschaltet. Der Kläger befuhr mit seinem Pkw die Straße stadteinwärts. Die damals 20-jährige beklagte Fahrradfahrerin befuhr die gegenüberliegende Fahrbahnseite stadtauswärts. Vor dem Pkw des Klägers fuhr ein Bus, der zum Anhalten auf den rechten Busstreifen bog. Der Kläger fuhr sodann auf seiner Fahrspur an dem Bus links vorbei. Bei dem Versuch der Fahrradfahrerin mit ihrem Fahrrad links in die Friesenstraße abzubiegen, kam es zur Kollision mit dem PKW des Klägers. Dabei wurde die Fahrradfahrerin gegen die Windschutzscheibe des Pkw des Klägers geschleudert und erheblich verletzt ...

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