Politische Korrektheit

von Gerfried Braune

Wünsche und Bedürfnisse sind nicht immer “politisch korrekt”. Gerade in Trennungs- und Scheidungsmediationen geht es oft um Rachegelüste (der soll dafür büßen, dass er mich mit den Kindern sitzen gelassen hat) oder eben schlicht um egoistische Wünsche (sind nicht die meisten Wünsche und Bedürfnisse egoistisch?), die man aber nicht als solche zu äußern wagt. Sie werden dann oft hinter den Interessen von Dritten versteckt (die Kinder hängen so an dem Haus anstatt ich möchte gern weiter im Haus wohnen).

Hier ist es Aufgabe der Mediatorin bzw. des Mediators, die Beteiligten dazu zu bringen, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen zu benennen, auch wenn sei von der oder dem Beteiligten für egoistisch gehalten werden und deshalb nicht gern als solche offenbart werden. Auch gilt es, durchaus die (wohl von den Beteiligten selbst so empfundenen) “niedrigen” Beweggründe und Interessen auf den Tisch zu legen. Es nützt nichts, sie zu ignorieren, weil sie ansonsten einer Lösung immer im Wege stehen werden - sie sind nun einmal als Gefühl, Bedürfnis oder Interesse vorhanden! Die Mediatorin bzw. der Mediator müssen dann mit den Beteiligten erarbeiten, wie mit diesen Interessen umgegangen werden kann oder ob sie in irgendeiner Form befriedigt werden können. Oft sind die Rachegelüste bereits erledigt, wenn die andere Partei die Verletzungen anerkennt und sich hierfür entschuldigen kann ...

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