Einkommensteuer: Arbeitszimmer einer selbständigen IT-Beraterin

Der Betätigungsmittelpunkt einer IT-Beraterin für Management-Systeme in der IT-Branche liegt nicht im häuslichen Arbeitszimmer (FG München 10.3.14, 8 K 1704/11).

Die Klägerin, eine IT-Beraterin mit selbstständigen Einkünften, beriet ihre Kunden bei der Gestaltung und Einrichtung von Störungsmanagementsystemen. Hierzu analysierte sie Geschäftsabläufe und beriet bei der Neugestaltung dieser Abläufe. Sie übernahm aber auch deren Einrichtung (lt. Vortrag: „übernimmt die Rolle des Incident-Managers“, „Koordination sowie die Leitung dieser Incidentsysteme“). Diese Tätigkeit konnte zu weiten Teilen nur vor Ort, im Betrieb des Auftraggebers wahrgenommen werden (lt. Vortrag: „vor Ort oder im Betriebsstätten-Büro“). Es handelt sich um eine weitgehend ortsgebundene Projektarbeit mit den anderen Projektpartnern.

Das Gericht konnte in diesem Fall nicht feststellen, dass sich der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung der Klägerin in ihrem häuslichen Arbeitszimmer befand.

Fahrtenbuch und Verpflegungsmehraufwendungen gaben Aufschluss über die Arbeitszeitverteilung
Eine genaue Aufgliederung der Arbeitszeit auf Zeitanteile „vor Ort“ beim Auftraggeber oder im häuslichen Büro hat die Klägerin nicht vorgelegt. Allerdings ergibt sich aus den in der ESt-Akte befindlichen Fahrtenbüchern, dass in den Zeiträumen, die diese abdecken, die Arbeitszeit vor Ort den übliche Arbeitszeiten eines Vollzeitangestellten entsprachen und demnach im Heimbüro nur zusätzliche Arbeiten angefallen sein können. Auch die in der ESt-Akte enthaltenen Aufstellungen der Verpflegungsmehraufwendungen zeigen, dass die Klägerin sich in 2007 mindestens an 122 Tagen über 8 Stunden auswärts aufgehalten hat und in der zweiten Jahreshälfte 2008 mindestens an 95 Tagen ...Zum vollständigen Artikel

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