Die baurechtswidrige Grenzgarage und der Abbruch

Ist ein Gebäude ohne die nach der Landesbauordnung vorgeschriebene Abstandsfläche unmittelbar an der Grenze zum Nachbargrundstück errichtet worden, ist der Nachbar in seinen Rechten verletzt. Er hat im Regelfall Anspruch darauf, dass das Landratsamt den Abbruch des Gebäudes anordnet, wenn eine Ausnahme von den Vorschriften über Abstandsflächen nicht zulässig ist.

So hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in dem hier vorliegenden Fall eines Nachbarstreit um eine baurechtswidrige Grenzgarage entschieden. Der Kläger und die Beigeladenen sind Eigentümer benachbarter Hanggrundstücke in einer Gemeinde im Landkreis Esslingen. Die Beigeladenen errichteten zwischen Oktober 2005 und April 2006 ohne Baugenehmigung an der Grenze zum Grundstück des Klägers auf einer über dem Gelände 1,14 m bis 1,30 m hohen Sockelwand eine 2,97 m hohe Garage. Im April 2007 wandte sich der Kläger an das Landratsamt Esslingen (Beklagter). Die Garage einschließlich Sockelwand überschreite die für eine Grenzgarage zulässige Wandhöhe von 3 m deutlich. Die Beigeladenen wandten ein, das Gelände auf dem Grundstück des Klägers sei nachträglich verändert worden. Der Kläger bestritt dies. Seinen Antrag, den Abbruch der Garage anzuordnen, lehnte das Landratsamt im Dezember 2008 u.a. mit der Begründung ab, die Geländeverhältnisse bei Errichtung der Garage seien nicht mehr sicher aufklärbar und der Kläger habe sein Recht auf Einschreiten wegen zu späten Antrags verwirkt. Der Kläger erhob nach erfolglosem Widerspruch im April 2010 beim Verwaltungsgericht Stuttgart Klage. Das Verwaltungsgericht wies die Klage im März 2012 u.a. mit der Begründung ab, die zulässige Wandhöhe von 3 m sei eingehalten; die Sockelwand sei nicht anzurechnen. Mit der Berufung verfolgt der Kläger sein Ziel weiter ...

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