Die 10 schlimmsten Fehler des GmbH-Geschäftsführers in der Krise

von Bernhard Schmeilzl

Verhaltensempfehlungen für Manager bei Schieflage des Unternehmens

Eine GmbH oder Aktiengesellschaft ist laut BGH „in der Krise“, wenn ein außenstehender, vom betroffenen Unternehmen unabhängiger Dritter keinen Kredit mehr zu marktüblichen Bedingungen gewähren würde und ohne Kapitalzufuhr das Unternehmen liquidiert werden muss (BGH WM 1972, 75; BGHZ 81, 262). Das ist in der Regel schon deutlich vor der tatsächlichen Insolvenzlage (Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit) der Fall.

Gerät eine Kapitalgesellschaft in eine solche Schieflage, wird es auch für das Management brenzlig. Laut Rechtsprechung gesellen sich dann nämlich zu den normalen Pflichten eines Geschäftsführers weitere sog. „Krisenpflichten“. Spätestens wenn die Gesellschaft notleidend wird, sollten die Geschäftsführer peinlich genau darauf achten, keine Fehler zu begehen, die zu einer persönlichen Haftung mit eigenem Vermögen oder zu strafrechtlichen Sanktionen führen können.

Die TOP 10-Liste der Tipps für Geschäftsführer und Vorstände:

1) “Sie können sich auf mich verlassen, ich krieg das schon wieder hin!” Großer Fehler: Ein Geschäftsführer sollte sich keinesfalls gegenüber Gläubigern auf seine persönliche Zuverlässigkeit oder Integrität berufen. Andernfalls kann ein Vertragspartner (Gläubiger der Gesellschaft) später vortragen, er habe gerade und nur wegen dieser persönlichen Zusicherung des Geschäftsführers überhaupt noch einen Vertrag mit der Gesellschaft abgeschlossen.

2) „Vom nächsten Geldeingang auf unserem Konto zahle ich Ihre Rechnung!“ Solche Zusagen sind ebenfalls hoch gefährlich: Der Geschäftsführer darf nicht einzelne Gläubiger, etwa besonders „wichtige“ oder nahe stehende Lieferanten, gegenüber anderen bevorzugen. Schon vor der Insolvenzeröffnung gilt der Grundsatz anteiliger Befriedigung aller Gläubiger ...

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