Real existierender Strafprozesses versus idealisierter Strafprozess

von Dr. Johannes Kalb

Mittlerweile ist das Protokoll vom 28.07.2014 zum Antrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Strate auf Entpflichtung im Strafverfahren gegen Gustl Mollath im Netz. Ich finde die Beschäftigung mit den Protokollen sehr aufschlussreich. Als Einführung in die folgenden Ausführungen sei der Zeit-Artikel von Johann Schwenn „Eine Frage des Vertrauens“ empfohlen.

Im Kern besteht zwischen Herrn Dr. Strate und Herrn Mollath die Uneinigkeit, welche Beweisanträge zu stellen sind. Herr Mollath möchte eine umfassende Klärung des damaligen Geschehens. Schwarzgeldverschiebungen sollen aufgedeckt, Verstrickungen von Politik, Justiz, Psychiatrie und Finanzwelt sollen enthüllt werden. Herr Dr. Strate möchte (schlicht) einen Freispruch von den erhobenen Tatvorwürfen aus der Anklageschrift wegen Körperverletzung u. a. erreichen. Ein Nebenschauplatz wird durch die Vermutung des Herrn Dr. Strate eröffnet, dass Herr Mollath externen Rechtsrat eingeholt hat, um seine Vorstellungen durchzusetzen. Wie Herr Professor Müller in seinem Blogbeitrag treffend formuliert, dreht sich der Streit zwischen Verteidigung und Angeklagten um nicht weniger als die Abgrenzung des real existierenden Strafprozesses von dem idealisierten Strafprozess.

In medias res:

G. Mollath:

(…)

Eine Bitte hätte ich, ich hätte gerne einen Antrag verlesen.

(…)

G. Mollath:

(…)

Ich bitte darum und beantrage hiermit, die Beweisaufnahme noch nicht zu schließen. Ich beantrage, mir mind. bis 8.8.14 Zeit zu geben, Beweisanträge vorzubereiten.

(…)

(Mollath überreicht diesen schriftlich vorbereiteten und von ihm verlesenen Antrag)

RA Dr. Strate:

Ich würde auch gerne eine Erklärung dazu abgeben ...

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