Diebstahl, Raub und Betrug – Rechtsprobleme bei Onlinespielen

von André Grünewald

Onlinespiele sind längst kein Nischenphänomen mehr, sondern etablierte Freizeitgestaltung in der Mitte der Gesellschaft. Täglich treffen sich zehntausende von Spielern um gemeinsam in virtuellen Welten Abenteuer zu erleben. Doch wo so viele Menschen aufeinander treffen sind Probleme und Konflikte ‘vorprogrammiert’. Der erste Teil dieser Serie befasst sich mit der strafrechtlichen Bewertung der Entwendung virtueller Gegenstände.

Onlinespiele erfreuen sich dank der Verbreitung schneller Internetanschlüsse seit über 10 Jahren rasant steigender Beliebtheit. Computerspiele – egal ob auf dem PC, der Konsole oder auf dem Handy – haben sich zu einer der wichtigesten und zukunftsträchtigsten Medienbranchen entwickelt. Die dabei entstehenden Konfikte innerhalb der Spielerschaft sind gerade für Juristen noch immer eine Herausforderung. Teilweise geht es um erhebliche Vermögenswerte, denn auch virtuelle Güter können als individuelle Rechte verletzt werden.

Inhalt:

  • Diebstahl und Sachbeschädigung, §§ 242, 303 StGB
  • Betrug, § 263 StGB
  • Nötigung und Erpressung, §§ 253 iVm. 240 StGB

Die Entwendung und Beschädigung virtueller Gegenstände

Integraler Bestandteil vieler Onlinegames ist, dass der Spieler seinen entworfenen Spielecharakter aufwertet indem er virtuelle Positionen – teilweise gegen Geld – erwirbt. Diese können als optische Elemente im Spiel (zB. in Form von Ausrüstung oder Bekleidung) oder auch durch den Erwerb einer Handels- und Ersatzwährung (Coins) erfolgen. Solche virtuellen Gegenstände haben inzwischen nicht mehr nur einen ideellen Stellenwert, sondern auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Kommt es zu einem unerwünschten Verlust, stellt sich somit die Frage nach den rechtlichen Folgen. Die zivilrechtliche Einordnung erfolgt in einem weiteren Artikel – hier steht die Frage nach der strafrechtlichen Bewertung im Vordergrund.

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