Der Tierarzt mit dem Ferrari Spider im Steuerrecht

von Wolfram Schlosser

Ist bei einem selbständigen Tierarzt der Aufwand für einen Ferrari Spider steuerrechtlich als Betriebsausgabe anzuerkennen und wenn ja, in welchem Umfang?

Über diese Frage hatte nun der Bundesfinanzhof zu entscheiden.

In dem konkreten Fall hatte ein Tierarzt den (hohen) Aufwand für den 400 PS- starken Sportwagen als Betriebsausgabe geltend gemacht. Den (absolut) geringen Umfang der betrieblichen Nutzung (nur 20 Fahrten in drei Jahren) hat er mittels eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuches nachgewiesen. Das Finanzamt hatte den als angemessen anzusehenden Aufwand für die betrieblichen Fahrten lediglich mit pauschal 1 € je gefahrenen Kilometer, das dagegen angerufene Finanzgericht Nürnberg mit pauschal 2 € je Kilometer angesetzt .

Der Bundesfinanzhof hat im Anschluß an seine Entscheidung vom 27.02.1985 entschieden, dass die Frage, ob ein unangemessener betrieblicher Repräsentationsaufwand im Sinne § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG bei Beschaffung und Unterhaltung eines Sportwagens durch einen Freiberufler vorliegt, danach zu beurteilen ist, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer – ungeachtet seiner Freiheit, den Umfang seiner Erwerbsaufwendungen selbst bestimmen zu dürfen – angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen haben würde.

Ist der Aufwand im Sinne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG unangemessen, ist Maßstab für die dem Gericht obliegende Feststellung des angemessenen Teils der Betriebsausgaben die Sicht eines ordentlichen und gewissenhaften Unternehmers in derselben Situation des Steuerpflichtigen.

Unabhängig von der Zugehörigkeit des Fahrzeugs zum Betriebsvermögen ist der betrieblich veranlasste Teil der PKW-Kosten als Betriebsausgabe abziehbar.

Zu Recht hat das Finanzgericht nach Auffassung des Bundesfinanzhofs den Betriebsausgabenabzug gemäß § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG begrenzt ...

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