Der nachträgliche Abschluss eines Maklervertrages

Enthält eine Objektnachweisbestätigung ein hinreichend deutliches Provisionsverlangen gegenüber dem Kunden1, so kommt der Nachweismaklervertrag dadurch zustande, dass der Kunden das darin liegende Angebot auf Abschluss eines Maklervertrags durch die Unterzeichnung annimmt. Der Umstand, dass zu diesem Zeitpunkt bereits Maklerleistungen erbracht worden waren, steht dem nicht entgegen.

Denn ein Maklervertrag kann auch noch nach erfolgter Maklerleistung abgeschlossen werden2.

Zwar handelt ein Makler, der sein Wissen ohne eindeutiges Provisionsverlangen oder zeitgleich mit dem Provisionsverlangen vorzeitig preisgibt, auf eigenes Risiko und allein (ohne weitere Maklerleistungen) die Ausnutzung dieses Wissens durch den Kunden begründet keinen Provisionsanspruch des Maklers3. Soweit der Kunde deshalb regelmäßig keinen Anlass hat, noch nach Erhalt des Nachweises eine Vergütung zu übernehmen, steht dies der Annahme eines Maklervertrags aber nicht entgegen. Es ist Sache des Kunden, bei einem bereits voreilig erteilten Nachweis den anschließenden Abschluss des ihm angetragenen Maklervertrags zu verweigern. Dies hat der Kunde vorliegend aber nicht getan, sondern in eindeutiger Weise eine Provisionsverpflichtung übernommen.

Die Auffassung, die Erklärung sei nicht ausreichend, da deren Wortlaut nicht zu entnehmen sei, wofür und unter welchen Voraussetzungen sie bereit gewesen sei, eine Maklerprovision zu bezahlen – das Provisionsversprechen betreffe genau genommen nur die Höhe der Provision, nicht die Pflicht zu deren Zahlung; nicht geregelt sei, ob sie nach der Unterzeichnung noch weitere Leistungen der Maklerin (z.B. eine Vermittlungstätigkeit) erwartet habe , vermag der Bundesgerichtshof nicht zu teilen. Die Erklärung ist insoweit nicht unklar, sondern bringt deutlich zum Ausdruck, dass die Kundin für die erbrachten Nachweisleistungen der Maklerin im Fall des Vertragsabschlusses eine Vergütung zahlen will ...

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