Der letzte Teddybär

von Gerfried Braune

Ich werde nie vergessen, als mir ein damaliger Anwaltskollege voller Entsetzen schilderte, dass er mit einem Scheidungsehepaar und dem gegnerischen Kollegen Stunden damit verbracht hatte, den gesamten Hausrat Stück für Stück zu verteilen. Nur am letzten Stück, einem Teddybären, scheiterte dann die Hausratsauseinandersetzung, weil keiner der Eheleute bereit war, ihn dem anderen Teil zu überlassen. Er konnte nur den Kopf darüber schütteln und es war für ihn unbegreiflich, wie die Beteiligten so unvernünftig sein konnten.

Dabei war das durchaus erklärbar und sogar wahrscheinlich. Die Verlustaversion ist ein starkes Moment und sie ist stärker als eine Gewinnerwartung. Demnach werden vermeintliche Verluste auch viel stärker Wahrgenommen, als Gewinne. Dadurch, dass man den Hausrat Stück für Stück verhandelte, waren es immer Vrhandlungen über knappe Ressourcen, nämlich den einen Hausratsgegenstand. Zudem gab es keine Möglichkeit für einen Kompromiss sondern nur Sieger und Verlierer (wenn man das so bezeichnen will) ...

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