Rezension Zivilrecht: Haftung bei Kapitalanlagen

von Dr. Benjamin Krenberger

Zoller, Die Haftung bei Kapitalanlagen. Die wichtigsten Entscheidungen zu Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Prospekthaftung, 2. Auflage, C.H. Beck 2014


Von RA Sebastian Schechinger, LL.M., München



Das Thema Anlegerschutz hat Hochkonjunktur. Bedingt durch die Niedrigzins-Politiken der Notenbanken, verlassen Anleger nun häufiger den sicheren Hafen festverzinslich-konservativer Anlageformen und brechen auf zu solchen Geldanlagen, die höhere Renditen versprechen. Oft erleiden sie dann Schiffbruch. Beispiele hierzu gibt es zuhauf: sie reichen hin von insolventen Emittenten – Zamek, Rena, getgoods, Prokon, um nur wenige zu nennen – über klassische Formen des Anlagebetrugs – wie etwa der illustre Fall der S&K – bis hin zu schlichtweg für den jeweiligen Anleger ungeeigneten Geldanlagen. Wer nun Geld auf diese Weise verloren hat, findet sich häufig in einer misslichen Lage wieder: die Rechtsfragen sind zum Teil komplex, die Beweissituation mitunter schwierig und die Gegenseite verfügt über umfangreiche Ressourcen.


Für den mit einem solchen Mandat betrauten Rechtsanwalt besteht, neben umfangreicher Sachverhaltsaufklärung etwa im Hinblick auf den Wertpapierprospekt, die Herausforderung darin, sich in dem stark durch Richterrecht geprägten Rechtsgebiet zurechtzufinden. Wie der Verfasser in dem Vorwort darlegt, hat sich im Bereich der Vermögensanlage geradezu ein case law heraus gebildet. Die Fundstellen zum Aufbau einer juristischen Argumentation sind somit umfangreich, aber gerade diese Informationsfülle bewirke häufig das Gegenteil des Erstrebten: Überinformation verstelle den Blick auf das Wesentliche. Ziel des Autors ist es somit, eine Auswahl an relevanten Entscheidungen für den Praktiker zu treffen, wobei der Wesentlichkeit gegenüber der Vollständigkeit der Vorzug gegeben wird ...

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