Eine Frage des Vertrauens

von Mirko Laudon

Der Verteidiger gilt als „der einzige Freund“ des Angeklagten im Gerichtssaal – so beginnt der Gastbeitrag von Rechtsanwalt Johann Schwenn in der „Zeit“. Obwohl: Freunde (oder vielleicht besser: Unterstützer) hatte Gustl Mollath eine ganze Menge zu Beginn des Wiederaufnahmeverfahrens. Sie bereiteten ihm und seinem Rechtsanwalt Gerhard Strate einen herzlichen Empfang vor dem Landgericht Regensburg. Leider sind auch einige „falsche“ Freunde darunter.

Der Fall Mollath zeigt, ebenso wie der von Beate Zschäpe, wie schwierig das Verhältnis zwischen Mandanten und ihren Verteidigern sein kann, bis hin zum Zerwürfnis. Das Verhältnis von Mollath zu seinem Verteidiger Strate kann spätestens nach dessen Angriffen in „Report München“ nur noch als zerrüttet bezeichnet werden.

Nun gehen auch die Unterstützer von Gustl Mollath auf Distanz, fordern sogar eine öffentliche Entschuldigung bei seinem Verteidiger. Was viele Unterstützer längst einsehen, nämlich dass ein Freispruch wegen erwiesener Unschuld nicht erzwungen werden kann, ist noch nicht bei Gustl Mollath angekommen. Es fehlt wohl – völlig unbegründet – das Vertrauen in seine Verteidigung.

Enttäuscht ist beispielsweise Ursula Prem, bei der Mollath die ersten drei Tage nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie gewohnt hatte, über sein geschwundenes Vertrauen in Strate und dass er stattdessen noch andere Rechtsanwälte im Hintergrund arbeiten lasse.

Vertrauen in die Strafverteidigung ist unabdingbare Voraussetzung

Wenn der Verteidiger seinem Mandanten sagt, dass die 27 Beweisanträge „Mist“ sind, muss er ihm vertrauen. Das Beweisrecht im Strafverfahren ist komplex – längst nicht alles, was ein Laie sich vorstellt, kann „ins Blaue hinein“ zum Gegenstand der Beweisaufnahme gemacht werden. Dem Gericht sind in § 244 Abs ...

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Prozess ohne Vertrauen: Gustl Mollath im Interview | report München | Das Erste

http://www.ardmediathek.de - Gustl Mollath wurde zu einem der bekanntesten deutschen Justizfälle. Er saß jahrelang zu Unrecht in der geschlossenen Psychiatrie. Sein Fall wird nun wieder aufgerollt. Es geht vor Gericht um die ursprünglichen Vorwürfe, er habe seine Frau misshandelt. Gustl Mollath will seine Unschuld beweisen. Doch je länger diese Wiederaufnahme dauert, umso widersprüchlicher sind die Eindrücke. Report München hat mit ihm gesprochen. Autoren: Pia Dangelmayer, Jens Kuhn http://www.report.de Mehr Videos: http://www.ardmediathek.de http://mediathek.daserste.de



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