Das Bierkutscher-Urteil

von Julian Jansen

Das Bierkutscher-Urteil des AG Köln vom 12.10.1984, auch Kölner Brauereigaul-Urteil genannt, ist ein echter Klassiker. Es lohnt sich auch für den Laien, jeden einzelnen Satz aufmerksam zu lesen. Einen Link zum Urteil findet ihr am Ende dieses Beitrags. Die spannendsten Erkenntnisse und besten Zitate möchte ich euch hier präsentieren. Man beachte: genau so findet man die Aussagen in der Urteilsbegründung!

Sachverhalt

Die Bierkutscher der Beklagten, die in Köln eine Brauerei betreibt, fahren ein Pferdegespann mit 2 Pferden auf bestimmten Strecken durch Köln, um Werbung zu machen. Die beiden Brauereigäule ziehen eine Kutsche, die mit leeren Bierfässern beladen ist. Die Klägerin parkte ihren PKW am 31. Januar 1984 in Köln auf der Straße vor einer Gaststätte, der "Postschänke". Dort wurde der Wagen am Heck von einem Pferd getreten, sodass eine Delle (O-Ton Gericht "Blötsche") entstand. Die Klägerin behauptet nun, dass ein Pferd der Beklagten ihren PKW beschädigt habe, und verlangt Schadensersatz. Während des Tritts stand das Gespann auf der Straße und der Kutscher befand sich in der Postschänke. Dort trank er angeblich Kaffee - nicht etwa Bier - um sich zu wärmen

Feststellungen des Gerichts
Das Gericht erläutert, dass sich durch den Tritt "mit einem der acht Hufe" der zwei Pferde eine typische Tiergefahr verwirklich habe. Es komme auf die Unvorhersehbarkeit tierischen Verhaltens an. Es sei irrelevant, aus welchem Beweggrund der Brauereigaul getreten habe, sei es eine Aversion gegen Blech, die Lust auf einen schönen Klang oder aber, um bei dem offenbar liegen gebliebenen Fahrzeug durch Huftritte ein Warnblinklicht zu ersetzen. Unwichtig sei außerdem, dass nicht nur Tiere, sondern auch Menschen hin und wieder gegen Autos treten.

Das Gespann habe sich auch bei der Postschänke befunden ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK