BKA-Finanzermittlungen: Die Bank an Ihrer Seite?

von Holger Schmidt

Für die Ermittler Schwarzbrot, für die Commerzbank Geschäftsmodell: Die so genannten Finanzermittlungen des Bundeskriminalamts im NSU-Umfeld dauern seit Monaten an und füllen viele hundert Aktenseiten. Soweit möglich versucht das BKA, alle relevanten Geldströme zu rekonstruieren, die die Angeklagten, bzw. das Leben im Untergrund betreffen könnten. Es geht um tausende Kontobewegungen: Überweisungen, Ebaygeschäfte und Onlinebestellungen, aber auch Rechnungen von Tankstellen und Baumärkten. Alles könnte mit den Morden zu tun haben.


Manchmal steckt der Teufel im Detail: Etwa, wenn in den Bankunterlagen Abbuchungen über EC-Terminals aufgeführt sind und nur die Nummer des Terminals, der Betrag sowie Datum und Uhrzeit vermerkt sind. Jedes EC-Terminal hat nämlich eine bestimmte Identifikationsnummer – die Jahre später nach einem Austausch aber durchaus zu einem Geschäft gehören kann. So durfte sich das BKA unter anderem mit der Frage beschäftigen, ob ein bestimmtes Terminal zum Zeitpunkt der Nutzung durch einen der Angeklagten noch zu einer großen Schnellimbisskette gehörte oder schon zu einem Handel für Autoteile in Jena. Eine Fleißarbeit, deren Relevanz häufig – wenn überhaupt – erst im Nachhinein zu erkennen ist. Und manchmal wird es sehr persönlich: Wenn aus einer Überweisung hervorgeht, dass die Familie offenkundig in einer finanziellen Notlage geholfen hat ...

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