Gericht weist Diskriminierungsklage eines 60-jährigen Anwalts wegen Rechtsmissbrauch ab

von Thorsten Blaufelder

Bewerben sich ältere Arbeitsuchende auf eine Vielzahl an Berufsanfänger gerichtete Stellenangebote, kann dies das Scheitern von Altersdiskriminierungsklagen zur Folge haben. Denn Entschädigungsklagen gelten nach Scheinbewerbungen als rechtsmissbräuchlich, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm in einem am Freitag, 25.07.2014, verkündeten Urteil (AZ: 10 Sa 503/14). Die Hammer Richter wiesen damit die Diskriminierungsklage eines 60-jährigen selbstständigen Rechtsanwaltes ab.

Der aus Süddeutschland stammende Anwalt hatte sich bei Kollegen in Hamm beworben. Die Hammer Kanzlei suchte in einer Fachzeitschrift eine Rechtsanwältin/ein Rechtsanwalt im Bereich des Medizin- und Haftungsrechts mit überdurchschnittlichen Examina. Es sollte ein „Berufsanfänger/in oder ein/e Kollege/in mit kürzerer Berufserfahrung“ sein.

Als der 60-jährige Anwalt die Stellenabsage bekam, verlangte er eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Er sei wegen seines Alters diskriminiert worden. Die Anzeige habe sich nur an „Berufsanfänger“ gerichtet, so die Begründung. Er sei offenbar wegen seines Alters nicht genommen worden.

Die Kanzlei bestritt die Altersdiskriminierung. Die Anzeige sei altersneutral gestaltet gewesen. Der Kläger sei nicht eingestellt worden, weil er bislang als Patientenanwalt tätig war. Die Kanzlei vertrete bei Medizin- und Haftungsrechtsfällen jedoch nur Versicherer. Außerdem habe der Kläger nur eine „befriedigende“ Examens-Note ...

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