Wellpappe, Interviews im Net und was passiert, wenn man nicht “die Pappn hält”

von Liz Collet

Für den Titel des Posts haben wir eine kleine Anleihe aus dem südlich der Alpen gelegenen Sprachraum genommen. Das “Pappn halten” steht dort ugs. für das Mundhalten und geht sprachlich (habe ich mir sagen lassen) auf die Pap(p)alatur zurück, das Mundwerk. Das Goscherl, die Goschn, wie man dort gern sagt.

Mit der Pappe hat es also eigentlich nichts, aber wortspielerisch spasseshalber recht passend zu tun für den folgenden Fall. Beim Bundesarbeitsgericht geht es diese Woche in einem Revisionsverfahren um zwei Kündigungen und insbesondere um die Frage, ob ein Kandidat für den Wahlvorstand Sonderkündigungsschutz genießt.

Und auch ein bisschen darum, wie fies sich Internet und Interviews und deren Veröffentlichung bei Youtube und Facebook sich auf den Bestand des Arbeitsverhältnisses auswirken können, wenn sie dort Wellen schlagen. Und Kunden verschrecken könnten, die nur gewellte Pappe kaufen sollen und wollen.

Die Geschichte dazu geht so:

Die Beklagte produziert ua. Verpackungen aus Wellpappe.

Sie beschäftigt etwa 210 Arbeitnehmer, von denen sehr viele eine abgeschlossene Berufsausbildung als Schlosser, Elektriker oder im Bereich Verpackungsmittelmechanik und -technologien haben.

Der 1984 geborene Kläger war nach einer etwa viermonatigen Beschäftigungszeit im Jahr 2009 ab 9. November 2010 als Produktionsmitarbeiter bei der Beklagten tätig.

Am 10. Februar 2012 fand auf Einladung der Gewerkschaft ver.di eine Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstands für eine Betriebsratswahl statt.

Obwohl die hauptamtlichen Gewerkschaftssekretäre noch nicht anwesend waren, wurde ein Versammlungsleiter gewählt. Ausweislich eines von ihm erstellten Protokolls beschlossen die Erschienenen danach einstimmig, keinen Betriebsrat zu wählen. Die Versammlung wurde geschlossen ...

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