NSU: GSG9 war zur „Wolfsjagd“ in Brandenburg

von Holger Schmidt

Festnahme André E. (Archiv)

Heute geht es im „NSU-Prozess“ unter anderem um die Zeugenvernehmung der beiden Brüder des Angeklagten André E: Sein Zwillingsbruder Maik (der schon öfters im Prozess als Zuschauer zu Gast war und sich dabei selbst als Neonazi präsentierte) und sein älterer Bruder Ronny, der sich bei einer BKA-Vernehmung deutlich zu seinen Brüdern bekannte (“ich liebe sie”), sich aber von deren Ideologie distanzierte. Ob sich die beiden Brüder heute äußern, ist fraglich. Zur Festnahme von André E. gibt es aber einige noch wenig bekannte, interessante Details. Der Zugriff fand in Brandenburg statt, denn André E. hatte sich im November 2011 aus Zwickau dorthin begeben. Wohl, um bei seinem Bruder Maik unterzutauchen. Das BKA hörte die entsprechenden Telefonate mit – und kannte Maik auch schon als einschlägigen brandenburgischen Neonazi. Es folgte einer der größten GSG9-Einsätz im Zusammenhang mit dem „NSU“: Die Wolfsjagd.
Schon bei der üblichen „Vorerkundung“ durch die GSG9 wurde deutlich: Die Gegend, in der Familie E in Brandenburg lebte, ist derart verlassen, dass ein Dutzend Männer mit entsprechenden Einsatzfahrzeugen (zivile SUVs deutscher Autohersteller) schnell für Aufmerksamkeit sorgen würden. Also brauchte man eine Legende, warum die Gruppe junger durchtrainierter Männer Ende November in einem einsamen brandenburgischen Landhotel eincheckte.Möglicherweise hatte jemand zur Vorbereitung des Einsatzes auch das Lied „Brandenburg“ von Rainald Grebe gehört ...

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