Rezension Öffentliches Recht: Grundrechtecharta

von Dr. Benjamin Krenberger

Meyer (Hrsg.), Charta der Grundrechte der Europäischen Union, 4. Auflage, Nomos 2014


Von Arian Nazari-Khanachayi, Frankfurt am Main



Das nationale Recht wird zunehmend von unionsrechtlichen Vorgaben durchtränkt: So geht das Primärrecht insbesondere für Fälle mit grenzüberschreitendem Bezug wegen des Anwendungsvorrangs dem nationalen Recht im einschlägigen Bereich vor; das Sekundärrecht harmonisiert immer mehr Bereiche des nationalen Rechts. Schaut man nun vor diesem Hintergrund auf Art. 51 Abs. 1 Charta der Grundrechte der Europäischen Union (im Folgenden: GRC; Abl. v. 26.10.2012 Nr. C 326, S. 391 ff.) mit einem Anwendungsauftrag an die Mitgliedstaaten bezüglich der Chartagrundrechte bei der Durchführung des Unionsrechts, so wird die Bedeutung der GRC deutlich (dazu sogleich noch mehr). Doch die GRC ist erst mit dem Lissaboner-Vertrag, damit erst seit dem 01.12.2009 in Kraft, sodass sich die Auslegung der einzelnen Vorschriften und Etablierung allgemeiner Lehren im dynamischen Fluss befinden (vgl. auch Vorwort). Daher ist es besonders begrüßenswert, dass Prof. Dr. Jürgen Meyer (Hrsg.), Delegierter des Deutschen Bundestages im Grundrechtskonvent und im Verfassungskonvent der Europäischen Union und Rechtsanwalt/Professor in Freiburg, seine Kommentierung zur Charta der Grundrechte der Europäischen Union in der Neuauflage präsentiert.


Der Herausgeber hat für seine Kommentierung sechs namhafte Autoren aus Wissenschaft und Praxis gewinnen können, die ihren immensen Erfahrungsschatz in dieses Werk hineinbringen. Insofern haben die Autoren die Möglichkeit, im Wege des rechtsvergleichenden Zugriffs ihre Erfahrung einzusetzen, um so detaillierte Unterschiede in den einzelnen Rechtsordnungen darstellen und hieraus Schlüsse ableiten zu können: So wird etwa der Begriff der Wesensgehaltsgarantie des Art. 52 Abs ...

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