Abwicklung über Notaranderkonto wegen der besonderen Sicherungsfunktion

von Rolf Jürgen Franke
"Wegen der besonderen Sicherungsfunktion wünschen die Parteien die Abwicklung über ein Notaranderkonto." So steht es in einer Vielzahl von Urkunden. Auch in Urkunden des am 02.07.2014 verstorbenen Notars Dr. Jobski in Berlin.

Nach dem Tod des Notars erhielten Beteiligte folgende oder ähnliche Nachrichten:

"Die Einarbeitung in den Vorgang „P...weg" hat indessen bestürzende Erkenntnisse erbracht. Dr. Jobski hat den von Ihnen hinterlegten Kaufpreis von ...........€ veruntreut und für Zwecke verwendet, die mit Ihrer Angelegenheit nichts zu tun haben. Er hat diesen Kaufpreis auf das Anderkonto, welches den Vertrag H. / J. (für das Gesamtgrundstück) betraf, geleitet. Auf dieses Konto hat er auch die Kaufpreise anderer Erwerber eingezahlt. Er hat dann von jenem Konto Zahlungen veranlasst, die mit der Angelegenheit P...weg nichts zu tun hatten, sondern aus Veruntreuungen vorangegangener vergleichbarer Art stammten, um damit vorhandene Löcher zu stopfen. Dies hat dazu geführt, dass auch der von Ihnen stammende Kaufpreis veruntreut worden ist und nicht mehr zur Verfügung steht. Sie sind in schwerstem Maße durch diesen Sachverhalt geschädigt. …..“


und


„…in dieser Angelegenheit musste ich feststellen -vgl. mein Schreiben in der Vertragsangelegenheit -, dass Dr. Jobski den hinterlegten Erschließungsbetrag von ......... € zweckwidrig dem Notaranderkonto entnommen hat und es auf ein dafür nicht bestimmtes Anderkonto (J./H.) eingezahlt hat. Er hat dann von dort die Beträge zweckwidrig verwendet, so dass sie für die Firma H. nicht zur Verfügung stehen. Ich bedauere, Ihnen dies auf diesem Wege mitteilen zu müssen.“


Ein Maklerbüro hat Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Gegen den bekannten Beschuldigten kommt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nicht mehr in Betracht.


Die Notarkammer und die Dienstaufsicht wurde eingeschaltet ...

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