Mehr Transparenz im Freiverkehr

Unternehmen, die an die Börse gehen wollen, können viele Veröffentlichungs- und Transparenzpflichten vermeiden, indem sie ihre Aktien nur im Freiverkehr listen. Mit Inkrafttreten der europäischen Marktmissbrauchsverordnung wird dieser Vorteil weitgehend entfallen. Das könnte viele Unternehmen dazu bewegen, ihre Aktien künftig im regulierten Markt notieren zu lassen oder alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen.

Vorteile des Freiverkehrs

Unternehmen, die ihre Aktien nur im Freiverkehr listen, sind von einigen Pflichten ausgenommen. Beispielsweise müssen sie keine „Directors‘ Dealings“ melden, also Geschäfte ihrer Führungspersonen mit Aktien der eigenen Gesellschaft.

Auch besteht keine gesetzliche Pflicht, Insiderinformationen unverzüglich in einer Ad hoc-Mitteilung zu veröffentlichen. Insiderinformationen sind kursrelevante Informationen über den Emittenten oder seine Aktien. Zwar enthalten die Bedingungen der Börsen oft eine entsprechende Offenlegungspflicht. Allerdings ist die Kontrolle durch die Börsen weniger strikt als im regulierten Markt, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht wird.

Unternehmen, deren Aktien nur im Freiverkehr notiert sind, müssen auch keine Insiderlisten führen. In diesen Listen sind alle für das Unternehmen tätigen Personen zu verzeichnen, die Zugang zu Insiderinformationen haben.

Die Einhaltung dieser Vorgaben ist mit einem beachtlichen Aufwand verbunden, der besonders für kleine börsennotierte Gesellschaften mit schwacher Finanzkraft und geringen personellen Kapazitäten problematisch sein kann. Beispielsweise muss laufend überprüft werden, ob der Eintritt neuer Umstände als Insiderinformation zu qualifizieren ist. Ob eine Pflicht zur Veröffentlichung besteht, lässt sich oft nur mit Rechtsberatung beurteilen ...

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