Trennung als Bewährungsauflage

von Thomas Wings

Beziehungstaten sind nichts außergewöhnliches. Bei den Gewaltdelikten stehen sie in meiner internen, gefühlten Statistik ganz weit oben. Fast alle Gewaltdelikte haben irgendetwas mit Beziehungsunfähigkeit und Eifersucht zu tun.

Oft sind diese Beziehungen nach einer Tat beendet. Nicht ganz selten kommt es aber auch vor, dass der oder die Verletzte wieder zum Verletzer zurückkehrt. Man fasst sich als Außenstehender dann immer an den Kopf und fragt sich “wie kann man nur”, aber als Standardrechtfertigung hört man dann stets “er ist ja eigentlich gar nicht so” oder “ihr kennt ihn gar nicht richtig”.

Nun habe ich in der doch etwas ungewöhnlichen Konstellation verteidigt, dass das Paar nach einigen handgreiflichen Streitereien längst wieder zusammen und inzwischen sogar verlobt war, sie aber dem Verfahren noch eins drauf setzte, indem sie als Nebenklägerin auftrat. In Strafsachen macht die Staatsanwaltschaft den ganzen Job – wenn man als Geschädigter bestimmter Delikte, unter anderem Körperverletzung, möchte, kann man an dem Verfahren mit eigenen Antragsrechten selber teilnehmen, um so die Verurteilung des Angeklagten noch zu forcieren. Davon machte der weibliche Beziehungspart hier Gebrauch, wohlgemerkt, nachdem man wieder zusammen kam und es auch immer noch ist ...

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