Des Anwalts neue Kleider

von Dr. Johannes Kalb

Ein Anwalt kleidete sich für den Berufseinstieg neu ein und kaufte fünf Anzüge, zwölf Hemden, drei Hosen und zwei Paar Schuhe im Gesamtwert von 3.830,95 €. In dem Verfahren vor dem Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 26. März 2014 • Az. 6 K 231/12, ging es dann um die Frage, ob diese Ausgaben als Werbungskosten abziehbar sind.

Der Anwalt trug vor, dass diese Ausgaben Aufwendungen für typische Berufskleidung seien, § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 6 EStG, nämlich anwaltstypische Kleidung. Denn diese seien durch seine Tätigkeit als Rechtsanwalt aufgrund der Erwartungen und Gepflogenheiten hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes angestellter Rechtsanwälte in Anwaltssozietäten veranlasst. Anzug und Hemd würden als anwaltstypische Berufskleidung als selbstverständlich vorausgesetzt. Nachdem der durchschnittliche Bürger, der im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit nicht darauf angewiesen sei, Anzug zu tragen, regelmäßig nur ein bis zwei Anzüge besitze, sei die Anschaffung von mehreren Anzügen keine Aufwendung für die allgemeine Lebensführung im Sinne des § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG.

Das Finanzgericht Hamburg schloss sich dieser Argumentation nicht an ...

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