Dank von (fast) allen Seiten im Kölner Landgericht

von Rainer Pohlen

Die Vorsitzende der 11. Strafkammer des Kölner Landgerichts, Sabine Kretzschmar, ist eine immer gut vorbereitete und in der Verhandlungsführung besonnene Richterin, die auch dann, wenn es mal zu kleineren Scharmützeln zwischen den Verfahrensbeteiligten kommt, ruhig und ausgleichend agiert und das Geschehen fest in der Hand hält. Wenn sie es für sachdienlich hält, lässt sie Zwischenfragen zu, und auch ansonsten ist sie darum bemüht, eine konstruktive Verhandlungsatmosphäre zu gewährleisten.

Außerdem hat die Frau Stehvermögen. Damit meine ich, dass sie ganz konsequent versucht, ihr Tagesprogramm durchzuziehen, auch wenn dabei der normale Dienstschluss der Justizbediensteten überzogen wird. Wenn ich es richtig erinnere, haben wir bislang in dem seit zwei Wochen anhängigen Schwurgerichtsverfahren, über das ich schon mehrfach im strafblog berichtet habe, nur an einem Verhandlungstag vor 16 Uhr Schluss gemacht, ansonsten zog sich das Programm jedes Mal noch einige Zeit darüber hinaus in die Länge.

Vorgestern war wieder so ein Tag. Am späten Vormittag standen noch ein Zeuge und eine Zeugin auf dem Programm, beides Polizeibeamte, deren Vernehmung einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Die Verteidigung hatte schon angekündigt, dass insbesondere an den männlichen Zeugen etliche Fragen gestellt werden sollten. Ob es realistisch sei, wenn sie die hochschwangere Polizeibeamtin für 15:30 Uhr einbestelle, wurden wir vor der Mittagspause gefragt. Das sei schwer zu sagen, haben wir geantwortet, aber wir hätten keine inflationär lange Frageliste für den männlichen Zeugen.

So weit, so gut. Was wir allerdings nicht absehen konnten war, dass das Gericht selbst eine derartige Vielzahl von Fragen und Vorhalten an den Zeugen richtete, dass damit die Zeit bis 15.30 Uhr vollständig ausgeschöpft wurde. Es war dann schon nach 16:30 Uhr, als seine Befragung insgesamt abgeschlossen war ...

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