Bier, Fussball und das Bundesverwaltungsgericht: Product Placement bei Liveschaltung von Sat.1

von Liz Collet

Im Revisionsverfahren um die Frage etwaiger unzulässiger Produktplatzierung im Fussball-Finale hat das Bundesverwaltungsgericht gestern entschieden, dass Liveschaltungen von Sat.1 in das „Hasseröder Männer-Camp“ keine unzulässige Produktplatzierung darstellten.

Die Grenzen zulässiger Produktplatzierung seien von Sat.1 nicht überschritten worden, als es im Vor- und Nachspann zur Übertragung eines Fußballspiels Liveschaltungen in das „Hasseröder Männer-Camp“ vorgenommen hatte.

Diese Entscheidung ist nicht nur generell, sondern vor allem in einem Punkt ihrer Begründung besonders interessant, wenn das Gericht die Bewertung der Produktplatzierung danach relativiert, ob und in welchem Umfang eigentlich redaktionelle/sportliche Berichterstattung von Werbeblöcken unterbrochen und von diesen eh eingerahmt werde und der Zuschauer mithin sowieso von Werbung bespielt wird. Sie ist nicht die einzige Begründung in der Entscheidung, gibt aber doch zu denken. Denn sie könnte zu dem Schluss verleiten, je mehr Werbung ohnehin solche Übertragungen unterbricht, um so weniger bedenklich wären dann auch Produktplatzierungen in den eigentlichen Berichten und Übertragungen von Sportereignissen und dortigen Liveschaltungen selbst anzsuehen. Dies liefe dem Zweck der Begrenzung von Produktplatzierungen zuwider, würde auch eine Tendenz befördern, werbliche und redaktinelle Sendeinhalte noch mehr zu vermengen und die effektive Anwendung der Regeln zur Begrenzung von product placement zu verwässern.

Zum Fall und der Entscheidung: Seit 2010 ist nach dem Rundfunkstaatsvertrag Produktplatzierung im Fernsehen ausnahmsweise u.a. in Sportsendungen zulässig. Eine Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Produkt nicht zu stark herausgestellt wird.

Im entschiedenen Fall ging es um folgendes:

Sat.1 übertrug im Mai 2011 das Finale der UEFA-Europa League ...

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