Wird nun endlich gegen den Missbrauch von Werkverträgen vorgegangen?

Werkverträge können eine feine Sache sein! Will ich, dass jemand was für mich tut, brauch ich ihn schließlich nicht gleich als Arbeitnehmer anstellen. Den Schreiner beauftrage ich, mir einen schönen Tisch zu machen. Der Gärtner pflanzt mir eine neue Hecke in den Garten. Wir vereinbaren dann für ein solches “Werk”, wie es juristisch heißt, einen Preis und wer dann letztlich wieviel pro Stunde verdient oder wie lange es insgesamt dauert, betrifft mich nicht mehr. Der Auftragnehmer kann am besten kalkulieren und ein entsprechendes Angebot machen. Ist mir das nicht attraktiv genug, verhandle ich nach oder wende mich an jemand anders. So funktionieren Werkverträge.

So weit so gut. Kritisch wird es aber, wenn Betriebe Werkverträge gezielt dazu einsetzen, um Lohnkosten zu drücken. Wie sieht sowas aus? Dazu ein kurzes Beispiel: Auf einem Schlachthof müssen täglich Rinder zerlegt werden. Anstatt nun Arbeitnehmer wie üblich mit einem ganz normalen Arbeitsvertrag einzustellen (“40 Stunden die Woche, 2.000 Euro brutto im Monat”), werden diese nur auf Werkvertragsbasis tätig (“5 Euro pro zerlegtes Rind”). Die Vorteile für den Arbeitgeber liegen auf der Hand: niedrigste Lohnkosten, keine Sozialabgaben, geringste rechtliche Bindung an die Beschäftigten ...

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