Der Spermalieferant

von Thomas Wings

Gestern las ich im Kölner Stadtanzeiger ein Interview mit einem anonym bleiben wollenden Angestellten der JVA Köln. Es ging im Wesentlichen darum, dass in den Knast zahlreiche Dinge eingeschmuggelt würden und diese unter den Häftlingen gehandelt werden. Zu den beliebtesten Gütern gehören Gras (In-House-Preis: 40 Euro pro Gramm), Wodka (50€) oder Telefone (200-250€). Der Wachmann schildert es so, als wenn hauptsächlich Besucherinnen und Besucher sowie Häftlinge, die vom Hafturlaub zurückkehren, die Dinge einschmuggeln würden. Das dürfte meiner bescheidenen Meinung nach allerdings nicht der einzige Hauptweg zum Schmuggel sein. Ich gehe mal davon aus, dass es auch für Wachleute nicht ganz unlukrativ ist, wenn sie selbst Ware in den Knast bringen; der ein oder andere wird sich sicherlich ein kleines Zubrot auf diese Art und Weise verdienen. Aber auch primitivere Methoden werden genutzt. Mir schilderte jüngst ein inhaftierter Mandant, wie er mitten in der Nacht geweckt wurde, weil ein Paket gegen sein „Fenster“ geschleudert wurde. Angeblich ein Paket voller Telefone, wie sich später herausstellte. Schlicht und einfach über die Mauer geworfen…

Und natürlich werden auch Verteidiger angesprochen, Dinge mit hinein zu nehmen. Der kluge Verteidiger lässt davon natürlich die Finger, denn abgesehen von der Gefahr, erwischt zu werden, macht man sich mal ganz nebenbei von dem eigenen Mandanten erpressbar, wenn man sich als Bote illegaler Ware verdingt. Und dennoch kommen immer wieder mal Anfragen ...

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