Die Aufgaben des Notars im Gesellschaftsrecht

von Markus Moser

Wer mit Gesellschaftsrecht zu tun hat – ob als Unternehmer, Geschäftsführer oder Wirtschaftsjurist – benötigt laufend Notare. Wann genau, ist aber nicht gerade intuitiv zu erfassen: Manch schwerwiegendes Rechtsgeschäft ist formfrei, manch Lappalie benötigt einen Notariatsakt. Ein kleiner Überblick mit besonderem Blick auf die GmbH:

1. Arten von Formvorschriften: Was kann ein Notar tun?

Es gibt drei Arten von notariellen „Behandlungsweisen“ für ein Dokument:

a. Die Beglaubigung

Das ist die einfachste Form: Mit der Beglaubigung bestätigt der Notar (nur), dass der Unterschreibende wirklich derjenige ist, als der er sich ausgibt (Vergleich mit Lichtbildausweis oder persönliche Bekanntschaft). Die Richtigkeit des Inhalts des Dokuments prüft der Notar nicht. Notwendig zB für: Die meisten Firmenbuchanmeldungen, Musterzeichnungen von GmbH-Geschäftsführern etc. (siehe unten)
Dokumente, die für das Ausland vorgesehen sind, müssen oft nach der Beglaubigung durch den Notar noch überbeglaubigt (oder mit Apostille versehen) werden – das organisiert in aller Regel der Notar.
Ausländische Notare können Dokumente für die Verwendung in Österreich beglaubigen (plus eine Überbeglaubigung/Apostille einholen, falls notwendig).

b. Der Notariatsakt

Die „strenge“ Form: Einen Notariatsakt muss der Notar vorlesen und inhaltlich prüfen. Das kann manchmal langwierig sein. Der Notariatsakt kann zur Gänze vom Notar gemacht worden sein oder aber „gemantelt“: Das bedeutet, die Urkunde wird vom Anwalt gemacht und vom Notar zu einem Notariatsakt „erhoben“ (abermals nach Verlesung).
Notwendig zB für: Übertragung von GmbH-Anteilen, Gründung einer GmbH.
Ausländische Notare können in aller Regel keine Notariatsakte nach österreichischem Recht herstellen.

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