Beate Zschäpe: Kraftprobe verloren

von Holger Schmidt

Zschäpe und ihre Verteidiger: Formal ist das Vertrauen noch da

Es war eine Lehrstunde über unaufgeregte Problemlösung: Der Vorsitzende Richter im “NSU-Prozess”, Manfred Götzl, hat heute die seit vergangenem Mittwoch herrschende Aufregung um Beate Zschäpe und ihre Verteidiger in schlanken drei Minuten beendet. Wer heute den Prozess platzen sah, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben: Er habe sei für ihn nicht erkennbar, dass es konkrete und hinreichende Anhaltspunkte dafür gebe, dass das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört und die Fortsetzung des Mandats nicht möglich sei, erklärte Götzl. Ob sie noch etwas dazu sagen wolle? Beate Zschäpe schüttelte den Kopf.

Der Vorsitzende erklärte noch, dass er durch den Verzicht auf zwei Zeugen am Vormittag bewusst Zeit für mögliche Gespräche zwischen Beate Zschäpe und ihren Anwälten ermöglichen wollte. Also, den bisherigen Anwälten und dem, der die Erklärung am Freitag eingereicht hatte. Dazu wurde Beate Zschäpe schon heute morgen vor neun Uhr in das Oberlandesgericht gebracht. Ob diese Möglichkeit genutzt wurde, ist unklar.

Der “neue” Anwalt spielte heute keine Rolle. Er war nicht zugegen, wurde nicht namentlich erwähnt. Offenbar gibt es derzeit keine Bestrebung von Beate Zschäpe, ihn (auch) als Anwalt haben zu wollen. Oder will er nicht? Sein Name soll hier unerwöhnt bleiben. Kollegen des Bayerischen Rundfunks haben versucht, mit ihm in Kontakt zu kommen. Den will er offenbar nicht. Der Internetauftritt seiner Kanzlei und frühere Mandate legen jedenfalls nahe, dass er kein Szeneanwalt ist. NSU- Verschwörungstheoretiker hätten allerdings Freude am Straßennamen seiner Kanzleiadresse ...

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