Massiv verkorkst

von Clemens Pfitzer

In der Werbung wird stets versucht durch entsprechende Schlagworte und kurze Formulierungen das zu bewerbende Produkt bestmöglich hervorzuheben und zu präsentieren. Kurze Formulierungen können aber auch zu Problemen führen, nämlich wenn sie zu einer Fehlvorstellungen führen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte sich deshalb mit der Bedeutung des Wortes “massiv” beschäftigt.

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Ein Unternehmen warb für Korkböden aus einschichtigen Presskorkplatten mit dem Aussagen “Massiv-Kork” sowie “durch und durch Kork”.

Ein Wettbewerber griff diese Werbung als irreführend an, da die beworbenen Presskorkplatten nicht massiv seien. “Massiv” sei nach seiner Auffassung ein Stoff, der nicht nur an der Oberfläche, sondern ganz aus dem gleichen festen Material bestehe. Dementsprechend könne ausschließlich reiner Naturkork massiv sein. Der Verbraucher verstehe den Begriff ähnlich wie in „Massivholz“ im Sinne gewachsenen Baumaterials ohne Beimischung. Eine Mischung aus Korkgranulat und Bindemittel, wie sie bei Presskorkplatten verwendet werde, sei dagegen weder „massiv“ noch „durch und durch Kork“.

Entscheidung des Gerichts

Das OLG Karlsruhe (Urteil vom 11.07.2014 – Az. 4 U 16/14) teilte die Auffassung des Wettbewerbers zur Bedeutung des Begriffs “massiv” nicht.

Die Begriffe „Kork“, „massiv“ bzw. „Massivkork“ würden unterschiedlich verwendet und verstanden. Kork komme bekanntlich sowohl als reiner Natur- oder Rohkork, als auch häufig in Form von Kunst- oder Presskork vor. Presskork werde herkömmlich zur Herstellung von Kork-Bodenbelägen verwendet ...

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