Versuchter Mord durch Unterlassen. Opfer tot, trotzdem nur versuchter Mord. Wie geht das?

von Rainer Pohlen

Zu Haftstrafen von 5 und 7 Jahren wegen versuchten Mordes hat das Landgericht Hanau nach einem Bericht bei spiegel-online zwei Männer verurteilt, die im September des vergangenen Jahres im baden-württembergischen Wittighausen einen Fahrkartenautomaten in die Luft gesprengt hatten, um an das darin befindliche Bargeld zu kommen. Durch die starke Explosion war auch das neben dem Automaten stehende Wartehäuschen in die Luft geflogen. Trümmerteile waren durch die Gegend geflogen und hatten den dritten Tatbeteiligten am Kopf getroffen, der dadurch schwer verletzt wurde. Trotz der offensichtlichen Lebensgefahr hatten die beiden jetzt verurteilten Männer ihren Komplizen nicht ins Krankenhaus gefahren, sondern waren noch 2 Stunden im Auto mit ihm durch die Gegend gefahren, bevor er an den Verletzungen starb. die beiden 52 und 35 Jahre alten Männer hatten den Toten dann 120 Kilometer vom Tatort entfernt auf einem Parkplatz abgelegt und die Polizei alarmiert.

Das krude Tatgeschehen hatte den beiden überlebenden Täter eine Anklage wegen versuchten Mordes eingebracht, die jetzt zu der entsprechenden Verurteilung führte.

Versuchter Mord? Wie kann das sein, wird sich der eine oder andere strafblog-Leser vielleicht fragen. Einerseits wollten die doch ersichtlich niemanden töten und andererseits – wenn man trotzdem einen Mordvorsatz annimmt – war der Mann doch letztlich mausetot. Wieso dann nur Versuch?

Hier die Auflösung:

Die beiden Männer hatten ursprünglich nur den Vorsatz, gemeinsam mit ihrem Komplizen einen Fahrkartenautomaten zu sprengen. Das wäre ein Diebstahl im besonders schweren Fall in Tateinheit mit Sachbeschädigung und einem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ...

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