Zschäpes Anwaltskrise: So geht es weiter bei #NSU

von Holger Schmidt

Verteidigertrio von Beate Zschäpe (Archiv)

Beate Zschäpe macht es einmal mehr spannend: Heute im Lauf des Tages wird ihre Stellungnahme erwartet, warum sie kein Vertrauen mehr in ihre drei Pflichtverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hat. Sie wird dazu etwas vortragen, davon kann man seit der Fristverlängerung durch den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl sicher ausgehen. Denn hätte sie sich in einer Kurzschlussreaktion mit an den Polizeiobermeister gewandt, dem sie sich am Mittwoch offenbarte, hätte sie einfach die erste Frist des Vorsitzenden verstreichen lassen können. Und Manfred Götzl wird sich diese erste Frist (Donnerstag um 14:00 Uhr) gut überlegt haben – eine Verlängerungswunsch kann also nur von Beate Zschäpe gekommen sein. Somit bleiben nur zwei denkbare Möglichkeiten: Zschäpe braucht die Zeit, um mit ihren bisherigen Anwälten zu sprechen – oder etwas gegen sie zu unternehmen. Alle drei Anwälte sind jedoch am Mittwoch zügig aus München abgereist – und dürften zudem kaum mit der Aktion “Fristverlängerung” einverstanden sein. Denn egal, was passiert sein mag: Eine Verlängerung der Hängepartie kann keinesfalls in ihrem Interesse sein. Also bleibt bei realistsicher Betrachtung nur übrig, eine Stellungnahme von Beate Zschäpe oder von einem oder mehreren “neuen” Anwälten zu erwarten.

Scherzbolde an dem einen oder anderen Schreibtisch suchen nun schon – inspiriert vom Trio “Herr / Stahl / Sturm” in Anwaltsverzeichnissen nach geeigneten Kandidaten: Wird sich Rechtsanwältin Heil oder Rechtsanwalt Führer melden? Oder übernimmt die Kanzlei Schall & Rauch? Tatsächlich hätte Beate Zschäpe an diesem Punkt ein ernstes Problem: Wie soll sie in ihrer Situation einen seriösen Anwalt finden? Wer sich von sich aus bei ihr meldet, muss zunächst unter Hallodri-Verdacht stehen. Ihr Weg, einen Anwalt zu finden, führte zu den drei Anwälten, die sie loswerden will ...

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