Was kostet illegales Filesharing?

von Jörg Schaller

Gerade dieser Tage sprach ich noch mit einem Bekannten, der vor einigen Jahren beim Filesharing von Musik mit der - durch ein gleichnamiges BGH-Urteil berüchtigten - Bearshare-Software erwischt wurde. Die Rechteinhaber hatten in ihrer Abmahnung einen Schadensersatzbetrag von 4.000 EUR pro Musiktitel gegenüber seinen Eltern geltend gemacht. Wenn man die rückläufigen Musikkäufe mit dem Kübler-Ross Modell der5 Phasen des Sterbens(5 stages of grief) vergleicht, dürfte sich die Musikindustrie damals irgendwo zwischen Nichtwahrhabenwollen und Zorn befunden haben und glaubte, sich den entgangenen Gewinn von Ihren Kunden zurückholen zu müssen.

Die Urheberrechtsverletzungen sollen hier nicht schön geredet werden und der Gesetzesverstoß muss sicherlich geahndet werden. Allerdings haben sich die Maßstäbe deutlich geändert und auch die Rechteinhaber sind feinfühliger geworden, was die Verfolgung ihrer potentiellen Kunden betrifft. Erziehung - ja, Abschreckung - in Maßen. Auch ist das Urheberrechtsgesetz strenger geworden, was unberechtigte (und damit überzogene) Abmahnungen an Privatleute angeht.

Damals wie heute ist die Höhe des geforderten Schadensersatzes an vergleichbaren legalen Angeboten ausgerichtet. Das können z.B. Downloadangebote im Internet sein oder auch Vergleiche mit Lizenzgebühren der GEMA. Wohingegen es vor 10 Jahren aber nur sehr wenige günstige Download-Alternativen gab, sieht dies heute ganz anders aus.

Auf dieser Grundlage hat das OLG Frankfurt am 15.07.2014 - 11 U 115/13 - entschieden, dass200 Euro fiktiver Lizenzschaden für einen in eine Internet-Tauschbörse eingestellten Musiktitel angemessen sind ...

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