#Zschäpeschmollt – der Kommentar

von Holger Schmidt

Verteidigerkrise bei Beate Zschäpe: Das Ende der Gummibärchen

Was geht nur in Beate Zschäpe vor? Seit 128 Verhandlungstagen ist das eine der meist gestellten Fragen, es gibt unzählige Vermutungen und Spekulationen über die Frau, die als Mittäterin der NSU-Morde angeklagt ist, als einzige des mutmaßlichen Terrortrios überlebt hat und die von den Boulevardmedien schon lange vor dem Urteil im Wortsinne verteufelt wird.

Seit 128 Verhandlungstagen hat Beate Zschäpe praktisch kein Wort gesagt. Hat sich nicht zu den ungeheuerlichen Vorwürfen gegen sie geäußert, ist der weinenden Mutter des Mordopfer Halit Yozgat aus Kassel eine Erklärung schuldig geblieben, als Frau Yozgat sie im Gerichtssaal direkt angesprochen und um Aufklärung gebeten hat.

Sicher, ihre Verteidiger mögen ihr das geraten haben, weil es taktisch klug sein kann, lange oder bis zum Ende eines Strafverfahrens zu schweigen. Und es ist unbestritten ihr prozessuales Recht. Doch in den vielen Tagen, an denen ich Beate Zschäpe am OLG München beobachten konnte, hatte ich den Eindruck, dass sie selbst schweigen will. Deswegen halte ich die seit gestern Mittag gängige Spekulation, dass sie im Grunde etwas sagen will, für falsch. Auch die Tatsache, dass sie nichts sagte, sondern nur nickte, als der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sie fragt, ob das so richtig verstanden worden sei, spricht nicht für ein Mitteilungsbedürfnis.

Im Gegenteil: Durch ihr Auftreten, ihre Mimik und Gestik vermittelt sie nicht den Eindruck, sie lasse sich von ihren Anwälten etwas sagen. Sie wirkt eher so, als sei sie es, die alles bestimmen wolle. Das könnte auch eher der Grund sein, dass sie den Kurs ihrer Anwälte für falsch hält. Weil sie glaubt, es besser zu wissen ...

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