Unharmonischer Geschlechtsverkehr als Reisemangel

von Andreas Stephan

Der Kläger hat bei dem beklagten Reiseunternehmen für sich und seine Freundin eine Urlaubsreise nach Menorca gebucht. Dabei wählte das Paar explizit ein Doppelzimmer mit Doppelbett aus. Der Kläger verlangte Schadensersatz in Höhe von 20% des Reisepreises wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, da in seinem Hotelzimmer kein Doppelbett sondern zwei Einzelbetten gestanden hatten. Ihm entging daher – nach seinen Ausführungen – ein “friedliches und harmonisches Einschlaf- und Beischlaferlebnis” während der gesamten 14-tägigen Reise, weil die Einzelbetten, die zudem noch auf rutschigen Fliesen gestanden hätten, bei jeder kleinsten Bewegung mittig auseinander gegangen seien.

Ein harmonischer Geschlechtsverkehr sei daher nahezu völlig verhindert worden.
Der erhoffte Erholungswert, die Entspannung und die ersehnte Harmonie mit seiner Freundin sei erheblich beeinträchtigt gewesen. Dies habe sowohl bei ihm als auch ihr zu Verdrossenheit, Unzufriedenheit und auch Ärger geführt. Der Erholungswert habe darunter erheblich gelitten. Das beklagte Reiseunternehmen beantragte eine Klageabweisung mit der Begründung, die Klage könne nicht ernst gemeint sein.

Hier zeigte das Gericht noch mehr Phantasie als der Kläger…

Auszüge aus der Entscheidung:
„(…) Der Kläger hat nicht näher dargelegt, welche besonderen Beischlafgewohnheiten er hat, die festverbundene Doppelbetten voraussetzen. Dieser Punkt brauchte allerdings nicht aufgeklärt zu werden, denn es kommt hier nicht auf spezielle Gewohnheiten des Klägers an, sondern darauf, ob die Betten für einen durchschnittlichen Reisenden ungeeignet sind. Dies ist nicht der Fall ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK