#Zschäpeschmollt – was nun?

von Holger Schmidt

Kein Vertrauen mehr? Beate Zschäpe und ihre Anwälte

Die Nachricht war ein Paukenschlag! Beate Zschäpe hat kein Vertrauen mehr zu ihren Anwälten. So sagte sie es am Mittag Polizeiobermeister W., der daraufhin den Vorsitzenden informierte. Manfred Götzl liess sich den Satz von Zschäpe bestätigen und gab ihr bis morgen um 14:00 Uhr Zeit, ihre Gründe schriftlich darzulegen. Die Aufregeung war groß., Zschäpes “noch” Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm schwiegen zu den Gründen.

Platzt nun der Prozess? Das ist nicht gerade wahrscheinlich. Allerdings könnte es eine Veränderung der Verhandlungstermine, sogar der Sommerpause geben. Oder es passiert gar nichts – denn ganz so einfach wird Beate Zschäpe ihre Anwälte nicht los. Eine Bestandsaufnahme:

Um eine Störung des Vertrauensverhältnisses zu begründen, noch dazu gegenüber allen drei Anwälten, müsste Beate Zschäpe wirklich knackige Gründe vortragen. „die Strategie passt mir nicht“ oder „finde ich doof“ reicht als Grund auf keinen Fall. Der Senat würde die Gründe zudem auch jeweils auf jeden einzelnen Verteidiger hin prüfen. „A hat mich beleidigt“ würde also vielleicht gegen A tragen, nicht aber gegen B und C wirken.

Insofern muß man zunächst abwarten, ob und was für Gründe Beate Zschäpe nennt – und ob diese Gründe eine oder mehrere Entpflichtungen tragen. Einen vierten Anwalt eigener Wahl (was die drei allerdings auch waren) könnte Beate Zschäpe übrigens jederzeit zusätzlich bekommen – allerdings würde der wohl Geld wollen und das dürfte Zschäpe nicht haben. Auch das ist übrigens ein Faktor in dieser Diskussion: Im Grunde geht es auch darum, welche Anwälte die Staatskasse Beate Zschäpe bezahlt.

Falls Beate Zschäpe tatsächlich “richtige” Gründe für ein gestörtes Vertrauensverhältnis tragen, hat der Vorsitzende folgende Möglichkeiten:
Er kann diejenigen Anwälte entpflichten, für die die Gründe tragen ...

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