Dem Guardian missfällt das “Recht, vergessen zu werden” – Zu Recht?

von Arno Lampmann

Die britische Tageszeitung “The Guardian” berichtet in einem aktuellen Beitrag von ihren Erfahrungen mit der Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs, mit dem Google dazu verpflichtet worden war, auf Aufforderung bestimmte Berichterstattungen aus dem Googleindex zu entfernen, wenn diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegen die Datenschutzrichtlinie verstoßen.

Die Entscheidung ist von uns unter anderem in den folgenden Beiträgen besprochen worden:

  • “Der EuGH, Google und das “Recht auf Vergessen”
  • “Recht auf Vergessen? – Konsequenzen des EuGH-Urteils”

Der Guardian beschreibt am Beispiel von 6 mittlerweile aus dem Googleindex entfernten Artikeln, wie die Auffindbarkeit seiner Artikel unter dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, jedenfalls auf der britischen Googleplattform “leidet”. Drei der 6 aus dem Index gelöschten Artikel stammen aus dem Jahr 2010 und befassen sich mit einem schottischen Schiedsrichter aus der Premier League, der wohl wegen einer umstrittenen Elfmeterentscheidung in einem Spiel zwischen Celtic und Dundee United Logo zurücktreten musste. Bei den anderen verschwundenen Artikeln handelt es sich um einen Beitrag über einen französischen Büroangestellten, der “post-it”-Kunst herstellte aus 2011, einen Bericht aus dem Jahr 2002 über einen Juristen, der in einem Betrugsprozess angeklagt worden war und eine Archivseite des Guardian.

Google versteckt Artikel des Guardian

Der Autor beklagt die Tatsache, dass der Guardian vor der Entfernung der Artikel weder gefragt wurde, noch eine irgendwie geartete Möglichkeit hat, dagegen vorzugehen. Er findet es außerdem merkwürdig, dass der Inhalt nicht vollständig gelöscht, sondern lediglich “versteckt” werde, so dass er durch herkömmliche Verlinkungen nach wie vor erreichbar ist. Der Guardian meint, dass es zwar durchaus Artikel gebe, bei denen es gerechtfertigt sei, aus den Archiven gelöscht zu werden ...

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