Grillunfall durch Spiritus – wer haftet?

Familien tun sich zu einem gemütlichen Grillabend zusammen, die Kinder spielen im Garten und einer der Väter oder Freunde fungiert als Grillmeister. Verwendet er, entgegen aller Ratschläge und Richtlinien, Brennspiritus oder Benzin, um das Feuer schneller zu entfachen, ist das Desaster vorprogrammiert. Diese Brandbeschleuniger verursachen häufig gefährliche Explosionen und Verpuffungen, durch die nicht nur der Verursacher verletzt wird, sondern oft auch völlig unbeteiligte Personen, die sich nicht direkt am Grill aufhalten.

Rechtsanwalt Thomas Gfrörer, Experte für Brandopfer

In den letzten Wochen und Monaten haben wir vermehrt Anfragen von Menschen erhalten, die bei einem Grillunfall schwerstverletzt wurden. Besonders tragisch ist es, wenn Kinder betroffen sind.
Zu dem Leid der Eltern kommt meist noch die Auseinandersetzung mit der eintrittspflichtigen Haftpflichtversicherung des Verursachers (falls der eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat). Diese versucht regelmäßig, die eigenen Schmerzensgeld- und Schadensersatzzahlungen niedrig zu halten.

Die Argumente sind stets die Gleichen:
Das Kind, sofern es älter als 10 Jahre ist, habe eine vorwerfbare Mitschuld an seinen Verletzungen, da es keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Grill eingehalten habe. In seinem Alter sei es bereits so vernünftig, dass es über die Gefahren der Verwendung von Spiritus Bescheid wissen müsse.

Die Eltern des Kindes hätten ein Mitverschulden an dem Unfall, da sie der Sorgfalts- und Aufsichtspflicht gegenüber ihrem Kind nicht ausreichend nachgekommen seien. Sie hätten aufpassen und den Grillmeister von der Verwendung des Spiritus abhalten müssen. Außerdem sei es ihre Aufgabe, darauf zu achten, dass das Kind nicht zu nahe am Grill steht ...

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