Tatortaufnahmen vom Opfer auf YouTube

von Clemens Pfitzer

Darf man Videoaufnahmen auf YouTube verbreiten, auf denen das Opfer eine Straftat erkennbar ist? Oder kann sich das zu erkennende Opfer dagegen wehren? Das Landgericht Essen hat sich hierzu geäußert.

Im November 2013 befand sich ein Personenschützer im Bereich des Unterbacher Sees in Düsseldorf. Der Parkplatz am Nordstrand gilt als bekannter Sex-Treff. Der Personenschützer hielt sich dort zum Zweck der Observierung auf. Plötzlich wurde der Personenschützer von einem unbekannten Täter mit einer Waffe bedroht. Daraufhin zog der Personenschützer seine Waffe und es kam zu einem Schusswechsel. Der Täter flüchtete. Der Personenschützer rief die Polizei, die kurz nach dem Überfall mit der Feuerwehr am Tatort eintraf und eine Fahndung nach dem Mann einleitete.

Ein Fernsehteam tarf ebenfalls am Tatort ein und nahm den Tatort und die dort befindlichen Personen auf, darunter den Personenschützer. Die Videoaufnahmen wurden anschließend über einen YouTube-Kanal verbreitet, auf dem der Personenschützer unverpixelt zu erkennen ist. Später wurden Ausschnitte und Fotos aus dem Video auch bundesweit in Zeitungen und im Fernsehen veröffentlicht.

Der Personenschützer hatte zu keinem Zeitpunkt in die Aufnahmen eingewilligt und wollte eine weitere Verbreitung des Videos verhindern.

Zwar wurde der Film auf YouTube am 20.11 ...

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