Rezension Öffentliches Recht: Völkerrecht

von Dr. Benjamin Krenberger

Ipsen, Völkerrecht, 6. Auflage, C.H. Beck 2014


Von Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard), Frankfurt am Main



Ein Klassiker auf der Höhe der Zeit: Auf 1280 Seiten präsentiert Knut Ipsen die 6. Auflage des von Eberhard Menzel begründeten Völkerrechts-Studienbuches, das (überwiegend) von ihm und einem prominenten Autorenteam aktualisiert wurde: Volker Epping, Wolff Heintschel von Heinegg, Ulrich Haltern, Hans-Joachim Heintze.


Die neu gefassten (und teils neu verfassten) Teile zeigen auf, wie dynamisch sich das Völkerrecht in den letzten Jahren entwickelt hat. Als Stichworte mögen genügen: Terrorismusbekämpfung, asymmetrische Kriegsführung, präventive Selbstverteidigung, Internationales Wirtschaftsrecht, Schutzverantwortung (R2P). Diese Stichworte zeigen die Fülle der regulativen Herausforderungen, vor denen das Völkerrecht von heute steht.


Die Gliederung in Kapitel mit klaren Überschriften hilft bei der Orientierung. Die weiterführenden Literaturangaben, die lediglich manchmal etwas zu eklektisch geraten, unterstützen bei weiterführenden Untersuchungen. Das Sachverzeichnis ist umfassend und hilfreich. Umfassend ist auch der Ansatz des Werkes, beginnend mit dem Geltungsgrund des Völkerrechts (wobei die Beschreibung des Völkerrechts als „Verhaltensmuster mit Geltungsanspruch“ seltsam erscheint; Gemeint wird wohl eher eine Verhaltensregel sein und nicht ein Muster, das sich aus mehreren Handlungen ergibt.).


Die nächsten Kapitel fächern die zentralen Themen des Völkerrechts auf: seine Funktion, die Rolle de Staates, internationale Organisationen, Individuum und Völker. Gut konzipiert sind auch die beiden Kapitel über die Rechtsquellen des Völkerrechts, wobei die bewusste Betonung von Verträgen als „Hauptrechtsquelle“ doch recht positivistisch wirkt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK