Keine pinkelnden Babys in der Werbung in der Schweiz

von Martin Steiger

In der Werbung ist die Verwendung eines Bildes, das ein pinkelndendes Baby zeigt, unlauter. Zu diesem Ergebnis gelangte die Schweizerische Lauterkeitskommission, die sich insbesondere mit Beschwerden gegen mutmasslich unlautere Werbung befasst – beispielsweise in früheren Entscheiden mit gar «Kleingedrucktem» in der Fernsehwerbung (Entscheid 137/14 vom 14. Mai 2014, PDF).

Sachverhalt

«Das beanstandete Werbesujet für ein Männermode-Label zeigt einen perfekt businessmässig gekleideten Mann. Er trägt ein nacktes männliches Baby auf den Armen, dessen primäres Geschlechtsmerkmal erkennbar ist und das ihn in hohem Bogen anpinkelt. Die Beschwerdeführerin erachtete diese Darstellung als erniedrigend und pornografisch.»

Die Beschwerdegegnerin argumentierte unter anderem, die «Szene habe sich überraschend tatsächlich so beim Fotoshooting zugetragen.» Ausserdem hätten die Eltern ihre Zustimmung erteilt.

Empfehlung

Das Argument der elterlichen Zustimmung liess die Lauterkeitskommission mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht gelten und gab die Empfehlung ab, die Beschwerdegegnerin solle «inskünftig auf die Benutzung des Sujets mit dem urinierenden Baby verzichten.»

«[D]ie Eltern des Babys [waren] vorliegend nicht berechtigt, die Einwilligung der Abbildung des urinierenden Babys zu erteilen ...

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