Denkmal einer Ehe

von Gerfried Braune

In Trennungs- und Scheidugnsmediationen ist meist Thema das gemeinsame Haus. Das gilt zumindest bei uns im Saarland, das bekanntlich die höchste Eigenheimdichte Deutschlands hat (sogar höher als in Baden-Württemberg). Aufgefallen ist uns dabei, dass viele der Häuser Denkmäler einer scheiternden Ehe sind.

Meist wurde der Bau des eigenen Hauses gerade dann in Angriff genommen, als die Ehe gerade zu kriseln begann. Offenbar glauben dann die Eheleute, mit dieser gemeinsamen Aufgabe die Ehe noch einmal kitten zu können. Ein schlichtweg untauglicher Versuch (oder die Fälle, in denen es funktioniert hat, landen nicht bei der Trennungs- und Scheidungsmediation). Die Belastungen eines Hausbaus führen in aller Regel nicht gerade dazu, dass man sich wieder näher kommt, im Gegenteil, die mit dem Hausbau verbundenen vielfältigen Probleme beschleunigen vielmehr den Zerfallsprozess der Ehe und lassen Differenzen deutlicher zu Tage treten. Das gilt erst recht dann, wenn die mit dem Hausbau verbundenen finanziellen Belastungen das verfügbare Einkommen auf ein Minimum eindampfen.

Wir stehen dann in der Mediation vor der Herausforderung, dass die saarländische Seele die Option eines Verkaufs des Hauses schlichtweg nicht vorsieht ...

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